Wie ich denke


Sieben clips. Fünf min.

Viele Worte. Ein Sinn.

Vom Begriff Kultur bin ich kein Fan. Ich bevorzuge nationale Kultur.

Es gibt aber viele Worte, die das selbe ausdrücken: Logik. Festverdrahtung. DNA. Methode. Prozess. Ansatz. Tradition. Selbstverständnis. Glaube. Mentalität. Charakter. Charaktereigenschaften. Nationaler Charakter.

Es sind alles Synonyme … unterschiedliche Wörter mit der selben Bedeutung.Nationale Kultur ist schlicht und einfach wie wir denken, wie wir handeln.

Menschen in Schubladen

Es wird immer wieder gesagt, daß man Menschen nicht in Schubladen stecken kann. Mit anderen Worten, Menschen sind Individuen. Man kann nicht verallgemeinern.

Das stimmt aber nicht. Natürlich können wir Menschen in Schubladen stecken. Natürlich können wir verallgemeinern.

Hoch entwickelte Gesellschaften – wie die deutsche, wie die amerikanische, wie auch etliche andere – können nur funktionieren, wenn ihre Völker, wenn die Menschen, ein weitgehend gemeinsames Verständnis davon hätten, was eine funktionierende, entwickelte Gesellschaft ausmacht, wie die Gesellschaft funktionieren sollte.

Ein gemeinsames Verständnis, nicht der kleinstgemeinsame Nenner, nicht verwäßert, sondern geteilt, auf tiefster Ebene … tief verwurzelt. Nicht in allen Details gemein, aber weitgehend, bei den entscheidenden Themen.

Es sind die Themen, die Verständnisse, die Selbstverständnisse, die eine Kultur definieren, die eine Kultur formen, die es einer Kultur ermöglichen, sich stabil zu bleiben, und sich aber weiterzuentwicklen.

Wir können Menschen in Schubladen stecken. Die Schubladen nennen wir Kulturen.

Das Eine nicht ohne das Andere.

Wenn die eine Kultur versucht, die andere besser zu verstehen, ist sie gleichzeitig dabei, sich selbst besser zu verstehen.

Es kann keine Diskussion über eine andere Kultur geben, ohne eine Diskussion über die eigene zu führen.

Jeder Mensch stammt aus einer nationalen Kultur. „Stamm“ wie bei einem Baum. Mit Wurzeln. Eingebettet. Tief.

Jede Mensch sieht, betrachtet, begreift, auch bewertet eine andere Kultur mit den Augen der eigenen Kultur.

Amerikaner können die Deutschen erst dann richtig verstehen, wenn sie die amerikanische Kultur – also sich selbst – verstehen.

Deutsche können die Amerikaner erst dann richtig verstehen, wenn sie die deutsche Kultur – also sich selbst – verstehen.

Den anderen zu verstehen, heißt sich selbst auch zu verstehen. Sie gehen Hand-in-Hand, ergänzen sich, bedingen sich. Sie sind von einander abhängig, kommen ohne den anderen nicht weiter.

Gauskurven

Ja, es gibt Unterschiede nicht nur zwischen Kulturen, sondern innerhalb von Kulturen. Die amerikanische Kultur ist eine vielfaltige. Die deutsche Kultur auch. Die Menschheit ist vielfältig.

Ostküste. Westküste. Norddeutschland. Süddeutschland. Christen. Juden. Muslime. Nicht-gläubige. In beiden Ländern. Mann. Frau. Jung. Alt. Extrovertiert. Introvertiert.

Aus einer großen Familie stammend. Aus einer kleinen Familie. In der Stadt aufgewachsen. Auf dem Lande aufgewachsen.

Ausgebildet als Naturwissenschaftler, Ingenieur, Artzt, Jurist, Betriebswirt, Ökonom, Geisteswissenschaftler. Beschäftigt in Marketing, Fertigung, Einkauf, Vetrieb, Personalwesen, Service.

Vielfalt.

Nur fähige Deutsche, fähige Amerikaner sind jede Zeit in der Lage, den Arbeitgeber zu wechseln, bei einem anderen Unternehmen erfolgreich zu arbeiten, in der eigenen Kultur, in der eigenen nationalen Wirtschaftskultur jede Zeit.

Wie ist das möglich?

In der eigenen Kulturen teilen die Menschen ein gemeinsames Verständnis, gemeinsame Vorstellungen, die für die Stabilität und den Erfolg ihrer Gesellschaften entscheidend sind, für die Stabilität der Unternehmen, die in ihren Gesellschaften verwurzelt sind.

Wenn aber Amerikaner und Deutsche zusammenarbeiten, kommen zwei Verständnisse, zwei Vorstellungen zusammen.

Das heißt, uns interessiert nicht so sehr die Vielfalt innerhalb Deutschland bzw. der USA, nicht so sehr die Verteilung auf den jeweiligen Gauskurven, nicht so sehr Ostküste. Westküste. Norddeutschland. Süddeutschland.

Uns interessiert die Kluft zwischen den beiden Gauskurven zwischen der deutschen und der amerikanischen Logiken.

Nord. Süd. Ost. West.

Nord. Süd. Ost. West. Das sind die Grundkoordinaten eines Kompass. Der Kompass orientiert uns. Man fängt an mit: Nord. Süd. Ost. West.

Danach wird man genauer, präziser. Nordwestlich. Südöstlich.

Ein anderes Bild: Erst sehen wir eine Wiese, dann ein Bach, etwas weiter einen Wald. Wir begeben uns in den Wald hinein. Dort sehen wir unterschiedliche Arten von Bäumen.

Wiese. Bach. Wald. Eichbäume.

Wenn wir über Unterschiede zwischen Deutschen und Amerikanern sprechen darüber, wie sie denken und handeln fangen wir mit dem Allgemeinen an, danach, mit der Zeit, in der Zusammenarbeit, im Gespräch mit einander, wird uns das Spezifische vertraut, familiär. Wir werden genauer, präziser.

Wir lernen uns kennen. Wir lernen uns verstehen. Damit wir zusammenarbeiten können. Von allgemein zum familiär. Familiär. Familie. Family.

Fähig. Stolz. Willensstark.

Deutschland. USA. Deutsche. Amerikaner. Zwei erfolgreiche Gesellschaften. Zwei erfolgreiche Volkswirtschaften. Volk. Wirtschaft.

Unternehmen mit erfolgreichen Ansätzen.

Beide Völker sind fähig, stolz, und willensstark. Beide Völker sind entschlossen: das Sagen zu haben, das Heft nicht aus der Hand nehmen zu lassen, die Zusammenarbeit zu steuern.

Immer wenn wir vom deutschen bzw. amerikanischen Ansatz sprechen, sprechen wir von Ansätzen, die sich bewährt haben, die zum Erfolg führen.

Immer wenn wir darüber reden, wie wir arbeiten, reden wir darüber, was zum Erfolg führt. Beide Ansätze führen zum Erfolg.

Unterschiede statt Gemeinsamkeiten

Uns interessieren Unterschiede, nicht Gemeinsamkeiten. Warum?

Gemeinsamkeiten bedeuten, daß sich die zwei Kulturen verstehen. Den Ansatz, die Logik, was sie glauben … teilen sie, haben sie gemeinsam. Gemeinsamkeiten müssen gar nicht thematisiert werden.

Unterschiede sind viel wichtiger und viel wertvoller. Aus zwei Gründen:

Unterschiede können Problem verursachen. Mißverständnisse. Ärger. Spannung. Menschen arbeiten gegen statt mit und für einander. Probleme können teuer werden: verlorene Zeit, verlorenes Geld, verlorene Geduld.

Man muß die Unterschiede verstehen, um die Probleme zu antizipieren bzw. vorzubeugen.

Unterschiede bedeuten aber auch Chancen, Potentiale.

Stellen Sie sich vor, was erreicht, was geleistet werden könnte, wenn Deutsche und Amerikaner die inhärenten Stärken ihrer Ansätze, Methoden, Logiken erst verstehen dann kombinieren !