Unterschiede


Ein clip. Vier min.

Man kann nicht integrieren, was man nicht versteht. Präziser formuliert: Man kann nicht effektiv integrieren, was man nicht auf tiefer Ebene versteht.

Ich darf dies ausbuchstabieren. Indem ich zehn Unterschiede zwischen Deutschen und Amerikanern beschreibe. Unterschiede, die den Erfolg ihrer Zusammenarbeit beeinflußen. Um kurz und bündig zu sein, stelle ich die Dinge bewußt schwarzweiß dar.

Kommunikation
Die englische Sprache. Für Amerikaner die Muttersprache. Für Deutsche eine Fremdsprache. Gleiche Begriffe verwendet. Aber unterschiedliche Definitionen. Deutsche und Amerikaner glauben, sich zu verstehen. Tun sie aber oft nicht.

Abmachungen
Große. Kleine. Komplexe. Einfache. In USA sind Abmachungen fliessend, flexibel, provisorisch. In Deutschland abgemacht ist abgemacht. Das Wort gilt. Platzen Abmachungen, platzt die Zusammenarbeit. Abmachungen zwischen Deutschen und Amerikanern platzen aber oft.

Überzeugen
Es gibt kein Handeln, ohne erst die Entscheidung dazu. Und keine Entscheidung, ohne erst eine Entscheidungsoption unter einigen gewählt zu haben. Entscheidungsoptionen müssen aber dargestellt – also präsentiert – werden. Präsentieren heißt Überzeugen. Deutsche und Amerikaner überzeugen jedoch nach unterschiedlichen Logiken.

Entscheiden
Noch mal: Kein Handeln, ohne erst die Entscheidung dazu getroffen zu haben. Amerikaner isolieren Entscheidungen. Brechen sie herunter. Deutsche machen das Gegenteil. Gehen systematisch vor. Ketten Entscheidungen zusammen. Amerikaner sind pragmatisch. Deutsche wissenschaftlich. Je schwächer der Konsens, wie man Entscheidungen grundsätzlich trifft, desto schwächer der Wille, daher die Entschlossenheit, diese umzusetzen.

Führung
Deutsche Führungskräfte führen wie Fussball-Lehrer. Amerikanische Führungskräfte wie football coaches. Fussball und Football sind aber unterschiedlich. Den Deutschen sind amerikanische Führungskräfte geborene Mikromanager. Den Amerikanern sind deutsche Führungskräfte empty suits, hohle Anzüge, führen also nicht. Beide Kulturen fühlen sich unwohl, von der anderen Logik geführt zu werden. Trainer und Spieler, die mit einander nicht klarkommen, verlieren Spiele.

Feedback
Spiele werden auch nicht gewonnen, wenn man den Spielstand nicht kennt. Genauer formuliert: Wenn die Spieler kein gemeinsames Verständnis vom Spielstand haben. Denn die zwei Kulturen vergeben Punkte unterschiedlich. Deutsche sind deflationär. Amerikaner inflationär. Beide sind der Meinung, die andere Kultur versteht die Realität nicht so ganz.

Konflikt
Beide Völker sind fähig, stolz, und willensstark. Sie mögen es überhaupt nicht, unrecht zu haben. Verlieren tun sich auch nicht besonders gerne. Amerikaner eskalieren interne Konflikte auf die nächste Führungsebene. Und zwar schnell. Deutsche tun alles, um eine solche Eskalierung zu vermeiden. Deshalb werden Konflikte oft nicht gelöst. Im Gegenteil. Man verfängt sich in Kleinkriegen.

Produkt
Der Kampf um die Produktphilosophie ist eine Titanenschlacht. Amerikaner richten sich nach Lastenheft. Nicht mehr. Nicht weniger. Deutsche nach dem Ideal. Nach ihrem Bild vom Ideal. Bekämpfen sie sich, verliert der Kunde. Zwangsläufig. Und mit negativen Auswirkungen auf die Geschäftsergebnisse. Und zwar immer.

Prozesse
Den Deutschen ist das Produkt der Schlüßel zum Erfolg. Da Prozesse bestimmen, wie das Produkt entsteht, bestehen sie auf Prozesshoheit. Den Amerikanern ist der Kunde der Schlüßel zum Erfolg. Da diese bestimmen, was für Produkte entstehen, bestehen sie auf Hoheit bezüglich Kundenbeziehungen.

Kunde
In USA ist der Kunde König. Deutsche lehnen jede Art von master-slave Beziehung rundweg ab. Sie bestehen auf Kundenbeziehungen auf Augenhöhe. Beide Kulturen tun alles, um die andere von ihren heimischen Kunden fernzuhalten. Ein integrierter Kundenansatz ist jedoch nicht nur machbar. Er würde die eine und die andere nationale Vorgehensweise locker schlagen.